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Bildungspartnerschaften: für Berufsorientierung und Auszubildende

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Was bringt die Bildungspartnerschaft Ihrem Unternehmen?

Eine Verbesserung unserer Außenwirkung können wir regional bereits feststellen. Zum Beispiel sind wir von der IHK als „Top-Bildungs-Partner“ ausgezeichnet worden, das ging durch die Presse und hat Bewerber auf uns aufmerksam gemacht.

Was die Bewerberzahlen angeht: Wir haben in der Tat erreicht, dass mehr Bewerbungen bei uns eingehen, indem wir den 14- bis 15-Jährigen in der achten Klasse Kontakte zu uns anbieten und erste Beziehungen zum Unternehmen aufbauen. Die Schüler schließen die Hauptschule in der neunten Klasse ab, hängen dann noch einmal ein Jahr für ihre mittlere Reife dran, dann passt die Bewerbung zu unseren Ausbildungen zum Beispiel als Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker oder zur Fachkraft für Lagerlogistik.

Aus diesen Gründen prüfen wir, ob wir in Zukunft auch mit einer Realschule eine weitere Bildungspartnerschaft aufbauen können, da deren Abschlüsse für einige unserer Ausbildungen noch etwas besser geeignet sind, ich nenne einmal den Werkzeugmechaniker oder die Industriekaufleute.

Ihre Empfehlung: Für welche Unternehmen ist eine Bildungspartnerschaft besonders interessant?

Im Prinzip ist eine Bildungspartnerschaft für jedes Unternehmen ein lohnender Weg, um Auszubildende zu gewinnen. Man muss allerdings auch sehen, dass es auf Seiten der Schulen auch Grenzen gibt. Manche pflegen bereits mit vielen Unternehmen der Region Kontakte, da muss erst einmal Platz für noch ein weiteres Unternehmen vorhanden sein. Andere haben für die Berufsorientierung noch keine eigenen Konzepte und Maßnahmen. Das erschwert es, herauszufinden, was überhaupt in der Schule möglich ist. 

Welche ersten Schritte und Maßnahmen empfehlen Sie anderen Unternehmen, die eine Bildungspartnerschaft starten wollen?

Ganz wichtig ist, dass das Profil der Schule zum Unternehmen und seinen Ausbildungsangeboten passt. Dann gilt es, die gegenseitigen Erwartungen zu klären: Was erwartet die Schule, was erwartet das Unternehmen, welche Ziele sind jeweils mit der Partnerschaft verbunden.

Wir wollen zum Beispiel an der Bürgermeister Schütte Schule auch solche Berufe vorstellen, die nicht so bekannt sind und für die es uns daher schwerfällt, Auszubildende direkt hier vor Ort zu finden. Die Schüler können zum Beispiel bei einer Betriebserkundung den Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik live im Unternehmen kennenlernen, die Maschinen in Aktion sehen und mit unseren Auszubildenden sprechen.

Diesen Ansatz verfolgt auch das Projekt der IHK AusbildungsScouts, an dem wir teilnehmen: Ein Auszubildender wird speziell weitergebildet, um seine Ausbildung an einer Schule selbst vorstellen zu können. Wir halten die IHK AusbildungsScouts für eine ideale Ergänzung der Bildungspartnerschaft, denn die Auszubildenden sind noch glaubwürdiger als wir Erwachsene. Die Azubis sprechen einfach die gleiche Sprache wie die Schülerinnen und Schüler, deshalb wollen wir diese Möglichkeiten als zweite Stufe in Zukunft noch weiter ausbauen.    

Als abschließende Empfehlung kann ich eigentlich nur wiederholen, dass man lieber klein und handfest startet, als sich einen Riesenaufwand vorzunehmen, der in der Schule dann nicht richtig umzusetzen ist oder nicht zur dortigen Schulkultur passt. Persönliche Gespräche direkt in der Klasse, Glaubwürdigkeit und einfache Angebote, sich das Unternehmen und die Berufe selbst einmal anzuschauen, ich glaube das sind für uns viel wirksamere Maßnahmen als eine aufwendige Inszenierung in der Aula womöglich noch mit Imagevideo.

Frau Schubert, herzlichen Dank für Ihre Einblicke und weiterhin viel Erfolg in und mit der Bildungspartnerschaft.

Fakten

Langmatz GmbH, Garmisch-Partenkirchen

3 Standorte mit insgesamt rund 450 Beschäftigten, davon 10 Prozent Auszubildende.

Übernahmequote der Auszubildenden nahezu 100 Prozent.

Links

Ausführliche Informationen zur IHK Initiative Bildungspartnerschaften,
- zu den Vorteilen für Unternehmen und Schulen sowie
- zu den Möglichkeiten, zusammen mit der IHK eine neue Bildungspartnerschaft mit einer Schule zu starten und diese mit konkreten Maßnahmen zu gestalten, finden Sie hier:

https://www.ihk-muenchen.de/bildungspartner/

Ausführliche Informationen zum Projekt IHK AusbildungsScouts,
- zur speziellen Qualifizierung und den Vorteilen für Azubis und Unternehmen finden Sie hier: 

https://ausbildungsscouts.bihk.de/

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